Mitunter ist es ratsam, erstmal einige Stunden verstreichen zu lassen...
Mit der heute früh aufgehenden Sonne, die uns Ostwestfalen seit Wochen ja überaus reichhaltig beglückt, sollte dem Allerletzten klar sein, dass die Option 'Trainerwechsel' gezogen werden muss! Und zwar genau heute! S O F O R T.
Lange war ich dagegen, habe gehofft, dass endlich ein Trainer unseren Club 'normal' durch eine Saison führen kann. Eine Zeit lang sah es danach aus. Ob Platz 7, 8 oder 12 am Saisonende erreicht worden wäre, geschenkt. Nur normal durch, nicht mehr. Nach vier Niederlagen in 2024 bzw. jahresübergreifend fünf Ligapleiten am Stück darf es mit Blick auf die Tabelle sowie die vergangenen zwei Abstiege keinen Versuch 'Kniat + Freiburg 2' mehr geben. Wir haben nichts mehr zu verschenken, müssen uns trotz Ratlosigkeit, Verzweiflung und Konsternation voll uns ganz darauf fokussieren, Arminia Bielefeld vorm kompletten Untergang zu bewahren. Es geht um nicht weniger als alles. Daher muss die Patrone 'Letzter Trainerwechsel zur Rettung des Profifußballs in Bielefeld' am heutigen Tage, spätestens morgen abgefeuert werden. Herr Mutzel, Ihnen bleibt (leider!) keine andere Wahl bzw. Alternative...
Es muss ein Trainer verpflichtet werden, dem zuzutrauen ist, verfahrene Situationen schultern zu können, der Gegenwind in einem hochnervösen, gefrusteten Umfeld verträgt und gleichzeitig aufgrund seiner Persönlichkeit Druck vom Team nimmt bzw. fernhalten kann. Wer bliebe da, wer wäre überhaupt bereit dazu? Wer wäre finanzierbar?
Thomas Reis würde ich, noch im Pölter gekleidet, sofort persönlich abholen. Aber der wartet sicherlich auf Angebote höherklassiger Vereine. Dirk Schuster wäre die Aufgabe ebenfalls zuzutrauen, den könnte man vielleicht überzeugen, sofern man eine Perspektive für die Zukunft aufzeigen kann. Schuster erhielte sicherlich einen Vertrauensvorschuss vom Umfeld der Arminia. Oder man entscheidet sich für den klassischen Retter. Ernst, Krämer,...,
Neururer,...
Wie auch immer, für Mitch Kniat tut's mir einerseits durchaus leid. Zuallererst, weil niemand den Rucksack der vorausgegangen Abstiege wahrnehmbar mitträgt, sich Verantwortliche saisonübergreifend hinter dem jeweiligen Trainerteam 'verstecken' anstatt durch die schlimmste Krise seit Jahrzehnten zu moderieren und zu führen. Möglicherweise ist diese Einschätzung verkehrt, gar ungerecht. Aber außen nehme (nicht nur) ich es nicht anders wahr. Andererseits vermisse ich bei Kniat eine nachhaltige sportliche Entwicklung. Gegentreffer verunsichern unsere Mannschaft inzwischen nicht nur, sie ziehen ihr komplett den Stecker. Standardsituationen, u.a. zahlreiche Eckbälle, verpuffen ungenutzt. Dabei war der gestrige Start ins Spiel völlig in Ordnung, die Mannschaft wollte erkennbar. Dass der Führungstreffer nicht erzielt wurde, kann man Kniat sicherlich nicht anlasten. Bis etwa zur 60. Minute habe ich noch gehofft, dass wir das Spiel gegen recht harmlose Kölner drehen können. Dann setzten erste zaghafte Versuche des Gegners ein, die Entscheidung herbeizuführen. Von da an kam unser Team eigentlich für nichts mehr infrage, jedwede Impulse aus dem Team heraus oder von außen: Fehlanzeige! Ab der 70. Minute habe ich meinem direkten Umfeld im Stadion das 0:2 angekündigt, es lag in der Luft. Gern hätte ich Unrecht gehabt.
Eine Nacht später ist Sonntag, der 04. Februar. Aus SWB-Sicht kein schönes Erwachen. Geschockt ob der Resultate im trüben Winter 2024 und der Beobachtung, dass gestern ungefähr 30% der Sitze in Kurve J unbesetzt waren, verbleibt nichts anderes, als sofortiges Handeln in Form eines Trainerwechsels. Raus aus den Federn, Arminia retten. Bitte...