Beiträge von Rasengrün

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    Original von Halbakademiker
    Was? Das wär mir aber ganz neu.


    Das letzte Mal als hier angekündigt wurde die Rückrunde rocken zu wollen war das ein Griff ins Klos. Ohne Handschuh. Seitdem habe ich eine ausgeprägte Aversion gegen die Vokabel.

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    Original von LeckerKnoppers
    Zumindest Platz 3 sollte bei den 6 Punkten auf Osnabrück und Heidenheim, gegen die wir beide noch antreten nun absolute Pflicht sein. Platz 2 wird auf alle Fälle ne Ecke schwerer werden. Ich hoffe da mal auf den KSC am Samstag, dass die zumindest nen Punkt holen. Das verschenkte 3:0 hat Münster auf alle Fälle verdaut. Nen bisschen Schützenhilfe darf man ja auch mal drauf hoffen. Klar wärs auch ok, wenn wir alle 5 Spiele gewinnen, aber das wär dann wirklich etwas außergewöhnlich.


    Wenn Heidenheim gegen uns nicht gewinnt, dann können die den Aufstieg wohl abhaken, also wir spielen gegen einen Gegner, der um die letzte Chance kämpft, darauf muss man gefasst sein und es möglichst zu einem eigenen Vorteil machen. Je länger ein Remis steht, desto größer werden die Räume werden.


    Von "verdaut" würde ich bei einem Dreckssieg durch Eigentor nicht unbedingt sprechen, das war kein Dreier aus dem man Selbstbewusstsein ziehen kann. Karlsruhe gegen Münster wird ein Aufeinandertreffen zweier eher spielerischer Mannschaften, also wahrscheinlich über Effizienz entschieden. Karlsruhe könnte ein Problem durch van der Biezens Sperre haben. Unentschieden halte ich für das wahrscheinlichste Ergebnis.


    Heidenheim spielt um die letzte Chance, scheint aber auch auf dem letzten Loch zu pfeifen. Das zweite Unentschieden in Folge und überzeugende Auftritte waren das auch für die nicht. Problematisch für uns ist vor allem Appiahs wahrscheinliches Fehlen, Müller hat seine Sache zwar gut gemacht, aber in das direkte Duell mit Schnatterer würde ich ihn trotzdem nicht schicken wollen. Vielleicht wäre es da schon fast besser das Spiel trotzdem offensiv anzugehen und zu versuchen Heidenheim auf ihrem starken Flügel defensiv zu beschäftigen. Für mich jedenfalls potentiell spielentscheidend wie Krämer das lösen will.

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    Original von Rechtsaussen


    Mach dir nicht ins Hemd.
    Die Ergebnisse der anderen sollten egal sein.
    Wir haben ne starke Truppe und rocken das Ding ohne fremde Hilfe.


    Könntest du bitte das Verb "rocken" unter allen Umständen vermeiden? Da klebt viel Braunes dran.

    Ich habe nur gesagt, dass er das kann, nicht, dass er das in diesem Spiel auch zufriedenstellend getan hätte. Mir kam es auch so vor als wären Entscheidungsfindung und Übersicht noch langsamer als seine Bewegung, gehemmt und blockiert könnte schon hinkommen. Das ist hoffentlich Ausdruck von Anpassungsschwierigkeiten, wir haben ja schon bei anderen Spielern gesehen, dass es einige Zeit braucht um sich in Krämers System zurechtzufinden. Wenn das so ist, dann haben wir ein Dilemma. Glasners gezeigte Leistung in den letzten Spielen rechtfertigt ganz sicher keine Berücksichtigung in der Startelf, andererseits braucht es Spielzeit unter Wettkampfbedingungen um sich einzufinden. Mit Strifler ist die Situation nicht wirklich zu vergleichen, auf AV haben wir weitaus mehr Alternativen und die Position ist insgesamt weniger systemrelevant. Da ich auch nicht dran glaube, dass Klos ohne weitere gelbe Karte durch den Rest der Saison kommt, werden wir Glasner wohl mindestens einmal noch brauchen. Baut man ihn also weiter auf und nimmt dafür in Kauf u.U. einige Spiele eher nur mit zehneinhalb Mann zu bestreiten oder lässt man ihn erst einmal draußen und hat dann im Fall der Fälle nur ein umso größeres Problem? Schön ist beides nicht, ist halt Risikoabwägung.

    Tja, ich bin ja völlig bei dir, wenn es um schlechte Harmonie mit Klos geht - die Staffelung da vorn passt einfach nicht wirklich, Glasner und Klos sind eher auf einer Linie (Glasners Position kann man ja nicht wirklich als hängend bezeichnen), Hille, wenn er aufrückt meist auch noch auf der Höhe und das ist dann einfach zu flach und leicht zu verteidigen - aber Krämer ist ziemlich hartnäckig mit der Nummer. Bisher hat er am Ende fast immer Recht behalten, was ist also der Plan? Taktisch finde ich keine richtige Erklärung (s.o., auch meine ursprüngliche Vermutung, dass Glasner bei Klos Ausflügen das Sturmzentrum besetzt halten soll, überzeugt ja nicht wirklich), vielleicht muss man da in eine ganz andere Richtung denken: Glasner kann zumindest ackern und rackern, die technisch besseren Alternativen haben nach Einwechslung dann auch physisch einen Vorteil, zentral-defensiv wechseln ja nur die wenigsten Gegner.

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    Original von coppi.reit
    Die Antwort auf die vieldiskutierte Frage: Lorenz oder Rahn könnte Lorenz und Rahn heißen. :lol:


    Das war außerhalb dieses Forums keine Frage.

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    Original von Exilarmine87


    Beruhigt aber ungemein die Nerven, wenn man weiß, dass wir ein höheres Punktepolster haben.


    Was ein geiles Spiel, besser als Sex :arminia: (fast)


    Ich finde eher, dass es unangemessen viel Nerven zeigt...

    Das Fachblatt bei der Arbeit... Zur allgemeinen Erheiterung: http://www.kicker.de/news/fuss…-wehen-wiesbaden-122.html


    Halbzeit-Fazit: Nach wie vor kann ich der Doppelspitze Klos-Glasner wenig abgewinnen, wir sind dadurch weniger kompakt, haben meist weniger Leute gut zu den zweiten Bällen stehen und Glasner liefert zu wenig um das wirklich auszugleichen. Lorenz und Rahn funktioniert sehr ordentlich (offensiver Linksfuß hinter defensiv-fleißigem Rechtsfuß...), Müller als RV erstaunlicherweise auch gar nicht schlecht, obwohl Hille der schwierigere Vordermann ist, wobei die bisher offensivste AV-Paarung in dieser Saison durch den Spielverlauf nach der Wiesbadener Führung auch wenig gefordert wurde. Schiedsrichterleistung unglücklich, aber wenigstens nicht kartenfreudig.


    Die Frage, die sich wohl viel eher stellt, ist wieso Krämer dann so hartnäckig die zahllosen Linksfüße ignoriert. Ich habe darauf eine Antwort, du und Rechtsaußen heiße Luft und eine große Klappe. Und offenbar Erfahrungen aus der Kreisklasse und/oder dem letzten Jahrtausend. Ihr tut so als wäre das irgendwie ungewöhnlich, ein kosmisches freak event, das nur alle tausend Jahre mal auftritt. Momentan finden wir aber unter den ersten vier der Bundesliga drei Mannschaften, die regelmäßig mit einem Rechtsfuß auf links spielen. Noch interessanter, die einzige, die das meist nicht macht, nämlich Schalke, hat ihr Spiel am Wochenende erst gewonnen, nachdem sie den Linksfuß Bastos in der Pause ausgewechselt und mit Drachsler einen Spieler auf links verschoben haben, der - oh, welch Überraschung - deutlich mehr nach innen zieht. Eigentlich auch ein Rechtsfuß, aber praktisch beidfüßig, zugegebenermaßen. Das soll nun auch wieder nicht bedeuten, dass man nur so Spiele gewinnen kann, aber es zeigt einen deutlichen Trend auf.
    Lahm hier anzuführen ist mal wieder Äpfel und Birnen vergleichen. Der Mann ist bekanntlich AV und da sieht die Sache wieder etwas anders aus. Schauen wir sie uns doch einfach mal an. Als Lahm noch auf links in der Nationalmannschaft ran musste, war vor ihm Podolski gesetzt. Das hat jede Menge Kritik gegeben, weil die Rechtsfüße Reus und Schürrle doch individuell so viel besser drauf waren (und, vermute ich mal, ihm in der Bravo Sport auch schon längst als Posterboy abgelöst hatten, da musste der nächste logische Schritt aber wirklich so langsam mal kommen). Hat Löw nicht gemacht, aus Gründen der Balance und der Funktion. Lahm konnte da eben nicht so gut hinterlaufen und zur Grundlinie durchgehen, sondern hat sogar als AV eher nach innen gezogen - was nur ganz wenige AV können, Lahm ist aber mittlerweile ein halber Spielmacher - und so musste Podolski links die Breite halten. Also exakt umgekehrt, die Funktionen wurden getauscht und angepasst, die grundsätzliche Balance erhalten. Seitdem Lahm wieder rechts spielt ist hingegen links offensiv Reus gesetzt - ein Rechtsfuß, mit einem Linksfuß dahinter. Das ist eben in der fußballerischen Gegenwart fast schon die Regel. Bekommt man natürlich nicht mit, wenn man mental irgendwo bei Rapolder hängengeblieben ist und Fußball mehr als Unterhaltung und Anlass zur Erhöhung der Promillchen betrachtet, aber ich kann nur dazu auffordern ruhig mal einen genaueren Blick zu riskieren. Langweiliger wird die Sache dadurch nicht. Außerdem läuft man weniger Gefahr, dass das Ergebnis der großen Klappe nur darin besteht, dass auch entsprechend große Textstücke zum Stopfen verabreicht werden. Guten Appetit.

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    Original von El Armino



    Gegen Darmstadt warst du zumindest für einen kleinen Aufruhr in Sachen Taktik ;). Die Chancen standen 50 zu 50 für ein Gelingen. Hätte es funktioniert , dann hätten wir jetzt zwei Punkte mehr, bei misslingen nur einen weniger, es ist und bleibt ein Ritt auf der Rasierklinge. Kraemer ist derzeit nicht zu beneiden


    Wenn du dir das, was ich da angedacht hatte, noch mal anschaust, dann wirst du sehen, dass es eigentlich nur drei veränderte Besetzungen für weitgehend unveränderte Rollen waren. Insofern noch nicht mal ein schlechtes Beispiel für das, was ich meine. Als Aufruhr erschien dir das nur, weil ich Salger in die IV verschieben wollte - worüber sich Rechtsaußen offenbar gar nicht beruhigen kann, aber ich bleibe lieber Schweinchen Schlau als eine dumme Sau zu werden - was neben den spielerischen Gründen als Anpassung an den Gegner, den ich weise grunzend allein auf weiter Flur ziemlich richtig eingeschätzt hatte, auch damit zu tun hatte, dass Hornig noch gar nicht sicher war. Auch da spielte der richtige starke Fuß für die Position eine Rolle, aber lassen wir das. Ihr denkt einfach zu sehr in Positionen statt zu überlegen welche Stärken und Schwächen ein Spieler hat, welche Funktion er darum erfüllen kann oder auch nicht und wie sich das auf seine Nebenleute auswirkt.

    Tenshin: Hoffentlich. Aber es gibt einen großen Unterschied zwischen Taktiktafel und Platz. Die Automatismen wollen auch erst einmal erarbeitet werden. Letztendlich ist das einfach eine Risikoabwägung, will man wirklich in der entscheidenden Saisonphase grundlegende Umstellungen wagen? Wir halten stabil einen Zwei-Punkte-Schnitt, normalerweise reicht das für den Aufstieg. Den offensiv hinzugewonnen Möglichkeiten - ist ja nicht so, dass ich die nicht sehen würde, im Gegenteil, die könnte ich nicht minder wortreich... schon gut, keine Sorge - steht definitiv eine größere defensive Anfälligkeit gegenüber. An Krämers Stelle würde ich nur sehr vorsichtig variieren. Wir brauchen sicher einen Plan B, eine abrufbare Variation, aber die sollte möglichst organisch aus dem Bestehenden abgeleitet werden. Evolution statt Revolution, wenn du so willst. Und ja, ich bin mir absolut darüber im Klaren, dass das aus meinem Mund... eher ungewohnt klingt.


    @El Arminio: Lustig, wie wir uns beide auf dasselbe berufen. Wer ist da jetzt der Pragmatiker von uns? ;p

    @El Arminio: *seufz* Weil es die Balance nicht hergibt und schon gar nicht, wenn Jerat weiter ausfällt. Ich bleibe erstmal beim System mit einer Spitze, die Doppelspitze Klos-Glasner habe ich immer noch nicht richtig entschlüsselt.


    Man muss Spieler nicht in ihrer idealen Offensiv-Zone aufstellen, es ist oft sogar besser sie out of position zu bringen und diese Räume anlaufen zu lassen. Das trifft bei uns für die Außen sicher zu, jeder der Rahn spielen sieht erkennt nach zwei Minuten, dass er offensiv nur dann etwas wirklich beizutragen hat, wenn er irgendwie zum Abschluss kommt. Aber Hille ist, wenn man mal genauer hinschaut und sich nicht von seiner Statur und Schnelligkeit täuschen lässt, auch kein Flügelflitzer. Nicht von den Laufwegen her, nicht vom Stil her. Er läuft weitaus häufiger diagonal den 16er an als die Grundlinie, er sucht eher den Abschluss als das Abspiel. Defensiv ist er zwar bissig, hat aber einfach ziemliche körperliche Nachteile. Rahn gleicht das aus, er rückt für einen nominellen Außen weit ein und ermöglicht dadurch, dass die DM entsprechend verschieben können. Das sichert Hille ab und erzeugt oft Überzahlen, die Rechtslastigkeit, die man häufig beobachten kann ist also organisch und relativ unproblematisch. Selbst auf dieser sozusagen volleren rechten Seite ist es aber meist Appiah, der mal zum Flanken kommt.


    Der Platz dazu entsteht durch die Ballung im Halbraum, in dem wir oft eine 3 gegen 4 Überzahl erreichen. Hille stößt da durch, Schütz schiebt nach, der zweite DM rückt ein und der ZM (so wirklich OM ist das meist nicht) bewegt sich entgegengesetzt zu Hilles Laufrichtung, manchmal wird sogar gekreuzt. Dagegen stehen dann zwei DM, ein IV und ein AV, der nicht so genau weiß, ob er nun Hille folgen oder den Raum absichern soll. Auftritt Appiah. Kurz und gut, das Mittelfeld erzeugt Kompaktheit, die AV Breite. Dieses Prinzip gilt auch auf der anderen Seite. Nur ist da die Balance eine andere, weil die tendenzielle Rechtslastigkeit halt aufgefangen werden muss. Da liegt der eigentliche Grund, warum Krämer Rahns Defensivarbeit immer wieder gelobt hat, die ist nämlich wesentlich kritischer und anspruchsvoller als auf der anderen Seite. Durch die eingerückte Stellung wird die Flanke ja geradezu angeboten, allerdings ist das, wenn alles funktioniert, ein Danaergeschenk. Zum einen sind wir durch Flanken von außen nur schwer zu knacken, zum anderen gelingt es uns oft den in diesen Raum eingedrungenen Spieler zu isolieren und ihm den Ball wieder abzunehmen, mindestens aber das Spiel zu verlangsamen oder zu unterbrechen. Hier ist die Rechtsfüßigkeit des rückwärts pressenden LOM in der Zweikampfführung von großem Vorteil und idealerweise sollte der den Mann attackieren, der LV hingegen den Raum absichern. Rahn und Salger machen das oft sehr gut und Salger hatte bisher durchgespielt. Ich glaube nicht, dass er nach einem gutem Spiel von Lorenz draußen ist, denke eher, dass man das als Erholungspause betrachten muss. Ob Lorenz nächste Woche wieder anspielt? Halte ich trotz auffälliger Leistung für nicht zwingend. Wir gehen in die entscheidende Saisonphase und sind schon in anderer Hinsicht zu Umstellungen gezwungen. Bist du eigentlich noch bei mir oder soll ich malen gehen?


    Leider ist Jerat dabei viel wichtiger als man auf den ersten Blick realisiert. Es sind sehr häufig seine Pässe, die Angriffe einleiten und vor allem spielt er die meisten Bälle direkt nach Balleroberung im Pressing und ist dabei gleichzeitig auch defensiv meist sehr sicher, vor allem auch mit gutem Stellungsspiel. 1 zu 1 können wir das nicht kompensieren, die Aufgaben müssen auf mehrere Schultern verteilt werden. Hier könnte eine weitere Erklärung für die hartnäckigen Experimente mit der so herzlich wenig intuitiv erscheinenden Doppelspitze Klos-Glasner liegen. Die Präferenz für Müller erklärt sich dann auch leicht, er spielt noch am ehesten ähnlich raumöffnende Pässe wie Jerat. Und das wäre schon wieder eine Rolle, die zwar nominell außen beginnt, aber hauptsächlich in die Mitte wirkt... Riese im DM läuft dann viele Löcher zu, in denen Jerat einfach stehen würde, während die doppelt besetzte Sturmspitze immer besetzt bleibt, auch wenn sich einer der beiden fallen lässt oder ins Pressing geht. Nuja. Jedenfalls muss man diese Wechselwirkungen anschauen und bei Salger-Lorenz finde ich keine, nur mehr Tempo und Drang in einen Raum, der in unserem Spiel bisher eine untergeordnete Rolle spielt.