• Wie schon in Mannheim zeigte die Viererkette erneut Schwächen. Eine besondere Schwachstelle sticht hervor: Betrachtet man alle Gegentore der Saison, stellt sich die Frage, warum immer wieder auf Grosser gesetzt wird.
• Lannert: ein weiterer Schwachpunkt. Nach vorne blieb er komplett wirkungslos, seine Flanken waren miserabel, und das zweite Gegentor geht klar auf seine Kappe. Während die NW ihn als „solide“ beschreibt, ist er bestenfalls Durchschnitt.
• Sumbu: Er wurde heute verheizt. Wie bereits im Mannheim-Thread angesprochen: Sumbu ist ein Talent, den man am Ende eines Spiels für frischen Wind bringen sollte. Schon in Mannheim war er erkennbar in den Zweikämpfen überfordert. Dass der Trainer ihn von Beginn an bringt, obwohl Sarenren Bazee fit ist, zeugt von fragwürdigen Entscheidungen.
• Schroers: Warum immer wieder Schroers? Er ist noch längst nicht in der Liga angekommen. Auch nach wiederholten Einsätzen bleibt er weit hinter den Anforderungen zurück.
• Körpersprache: In der zweiten Halbzeit fehlte jede Galligkeit und über weite Strecken auch die geistige Frische. Beide Gegentore resultierten aus entscheidenden Szenen, in denen wir zu spät kamen – ein Muster, das sich bereits in Rostock gezeigt hat. Während der Gegner vorlebt, wie man ein Spiel anpackt, reagiert unser Team mit hängenden Schultern und ohne sichtbares Aufbäumen. Sarenren Bazee, der auf meiner Seite spielte, war sichtlich frustriert – und ließ das deutlich erkennen.
• Stürmer in der Luft: Bei uns hängen die Stürmer völlig in der Luft. Du könntest sogar Lewandowski aufstellen, und es würde nichts ändern. Unser Spiel nach vorne ist durchschaubar, ideenlos. Außer einem schönen Spielzug kurz vor der Halbzeit war es ein Offenbarungseid. Entweder die Spieler verstehen nicht, was der Trainer will, oder die Taktik ist schlichtweg schlecht. Nach 1,5 Jahren unter diesem Trainer darf es keine solchen Alibis mehr geben.
Fazit: Auch wenn der dritte Platz in Schlagdistanz ist, haben wir in der Spitzengruppe nichts zu suchen. Die Top-Teams wie Dresden und – spätestens nach heute – auch Cottbus sind uns in Sachen Stabilität und Eingespieltheit deutlich voraus. Ihre Leistungen zeigen, was uns fehlt: Klarheit in der Spielidee, individuelle Qualität in den entscheidenden Momenten und vor allem eine Mannschaft, die weiß, wie man über 90 Minuten konzentriert arbeitet.
Angesichts der heutigen Eindrücke und der Gesamtsituation muss der Trainer auf den Prüfstand. Nach 1,5 Jahren ist es an der Zeit, Ergebnisse einzufordern – nicht nur in Punkten, sondern vor allem in der Entwicklung der Mannschaft. Momentan sieht es nicht danach aus, als würden wir unter seiner Leitung den nächsten Schritt machen.