Bratwurstfan
Ich bin eine humorvolle Person und kann auch herzlich über meine gelegentliche Schusseligkeit und selbst begangene Eseleien lachen. Trotzdem würde ich es mir verbitten, in der Öffentlichkeit beleidigt oder an den Pranger gestellt zu werden. Entgegen anders lautenden Gerüchten hat übrigens nicht der "Schwachkopf" sondern die bayrische Polizei die Hausdurchsuchung veranlasst.
Fonzie
Ein sehr lobenswerter Beitrag. Wenn Deine Vermutungen stimmen, dann gibt es in Bielefeld keine kritisch-unabhängig berichtenden Lokalmedien mehr. Die Sportredaktionen vom WB und der NW wären dann quasi Filialen der PR-Abteilung Arminias. Den Eindruck habe ich auch häufig und es wundert mich nicht, dass sie durch den deutlich wahrnehmbaren Qualitätsverlust immer mehr Leser verlieren.
Mit dem Presserecht und dem Schutz von Persönlichkeitsrechten ist die Zurückhaltung gar nicht vereinbar. Die Spieler der Arminia sind durch die Bank sog. "Personen des öffentlichen Lebens", für die andere Regeln in der Berichterstattung gelten. Ich habe dazu einen lesenswerten Artikel gefunden, der Ausnahmen aufführt:
Grenzen der Berichterstattung über Privates
Für eilige Leser, hier ein Auschnitt aus dem Absatz, was über Spielergehälter berichtet werden darf:
Zitat
Anderes gilt, wenn Vermögensverhältnisse aufgrund der beruflichen oder gesellschaftlichen Funktion der Betroffenen einer breiteren Öffentlichkeit ohnehin bekannt sind. So ist die öffentliche Bekanntgabe des Gehalts eines Profi-Fußballspielers keine Persönlichkeitsrechtsverletzung. Die Einkommensstrukturen in dieser Branche sind schließlich allgemein bekannt.
Gleiches gilt für Vertragsdetails oder Verletzungen, die im Zusammenhang mit der Berufsausübung stehen. Aber wenn es keine kritsche Öffentlichkeit mehr gibt, gibt es auch keine Diskusionen. In Berlin wäre das undenkbar.
Gönner Hitchcock
Ihr habt die Problematik von Social Media sehr gut dargestellt. Dem kann man kaum noch was hinzufügen. Ich kann auf diese Form von libertärer Meinungsfreiheit gut verzichten und würde es unterstützen, wenn mein Verein sich dort ebenfalls zurückziehen würde.
Einen Punkt habe ich noch auf der Agenda. Ich finde es sehr bedauerlich, dass die einzige Kandidatin nicht in den Ehrenrat gewählt wurde. Immer wenn ich in Stadion gehe, nehme ich eine zunehmend anwachsende weibliche Anhängerschaft wahr. Ich vermute, die bewerten und sehen manche Dinge etwas anders als die männlichen Kollegen. Von daher fände ich es gerecht, wenn deren Anliegen auch vereinsintern sichtbar gemacht und auch entsprechend durch Personen repräsentiert würde. Ist aber nur eine Anregung.